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APOLLO NEWS: MIT TEAMGEIST ZUM ERFOLG

2. Oktober 2026 von INGO LANGNER

Eine Opposition gegen links ist nicht nur der Antifa ein Dorn im Auge. Aktuell konzentriert sich der jakobinische Tugendterror auf das in Berlin ansässige Apollo-News-Team. Das offenbart einmal mehr die antidemokratische Gesinnung der Linken

Foto: Apollo News
Das Apollo-News-Team hat in den ersten drei Monaten ohne Gehalt gearbeitet. Max Mannhart: »Das ist die Basis, auf der der ganze Erfolg steht.«

Max Mannhart ist am 25. August 2002 geboren, und sein rasanter Aufstieg zum Chefredakteur von Apollo News kann nur jene erstaunen, die nicht mehr wissen, daß auch ein Rudolf Augstein erst 23 Jahre alt war, als er Ende 1946 die Lizenz für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel erhielt. »Sagen, was ist!« – dieses Augstein’sche Leitmotiv ist im Spiegel schon vor langer Zeit ad acta gelegt worden. Auch deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis junge, ehrgeizige und furchtlose Journalisten wie Max Mannhart wieder sagen wollen »was ist« und mit den digitalen Mitteln der Gegenwart der Meinungs- und Pressefreiheit eine Gasse bahnen.

Herr Mannhart, sind Sie ein Wunderkind?

Naja, ich hoffe nicht.

Wie das?

Wunderkinder steigen schnell auf und stürzen ebenso rasant wieder ab.

Nicht immer. Ich frage das deshalb, weil Sie bereits mit 15 Jahren als Journalist zu arbeiten begonnen haben.

Es begann mit einer Schülerzeitung. Das war ein reines Hobby­projekt mit Nachrichten und Kommentaren, das damals schon online als Website und kurzzeitig auch Printausgabe existierte. Aber natürlich nicht in der ästhetischen Qualität von Cato. Wir haben selbst gedruckt und es damals schon Apollo News genannt.

Sie sagen gerne »wir«. Das heißt wohl, es gab damals schon nicht nur Max Mannhart allein, sondern Sie waren Teil einer größeren Gruppe.

Richtig.

Und ohne diese Gruppe scheint es Apollo News nicht zu geben. Etwa so wie bei den berühmten französischen Musketieren: Alle für einen, einer für alle?

Diese Gruppe ist über die Jahre zusammengewachsen und über das Internet und unsere Seminare ist immer mal wieder jemand Neues dazugekommen. So konnten wir ein sehr gutes Team aufbauen, das sehr robust zusammensteht. Diese stabile Mannschaft ist der wesentliche Grund unseres Erfolges.

Sie sind 2002 geboren. Apollo News ist in der heutigen Form 2023 gegründet worden. Da waren Sie also 21. Wo haben Sie das journalistische Handwerk gelernt?

Zunächst bei der Achse des Guten, dann bei Tichys Einblick. Allerdings nicht fest angestellt, denn damals war ich noch Schüler.

Was haben Sie bei Henryk Broders Achse gemacht?

Da habe ich ein- oder zweimal im Monat Texte geschrieben. Und gleich nach dem Abitur hat mich Tichys Einblick angestellt.

Ist damals Ihre Apollo News-Mannschaft auch fest angestellt worden?

Nein, aber die Mannschaft – wir waren damals zu acht – konnte bei TE als freie Autoren arbeiten.

Dann wechselten Sie zu Nius. Warum sind Sie dort wieder weggegangen?

Nius war ein Startup und es war damals eine wahnsinnig wilde Anfangsphase, da entstehen Fliehkräfte. Uns war Nius auch zu sehr Boulevard, wobei ich Boulevard nicht abwerten möchte – das ist auch eine Kunst, nur eben eine andere. Wir hatten eine andere Orientierung und sind im Guten gegangen. Die guten Beziehungen zu Nius gibt es bis heute.

Die guten Beziehungen sind offensichtlich, denn Sie sitzen gefühlt mindestens einmal die Woche in der ­Nius-Morgenshow. Mich wundert das, denn Apollo News und Nius sind doch Konkurrenten. Gibt es geheime wirtschaftliche Verbindungen?

Nein, die gibt es in keiner Weise. Wir sind wirklich Konkurrenten. Aber es ist doch so: Der Markt für neue Medien ist noch lange nicht gesättigt, da muß Konkurrenz noch nicht erbittert sein. Wir wachsen nicht gegeneinander. Insofern geht man sehr freundlich und kollegial miteinander um, auch weil wir uns im Zweifel gegenseitig schützen können, wenn es Angriffe von außen gibt. Und die gibt es bekanntlich. Auch so gesehen ist die Verbindung zu Nius eine Win-Win-Situation.

Das Apollo-News-Team ist über Jahre zusammengewachsen

Sie haben vom Markt gesprochen. Wer bezahlt Apollo News?

Unsere Leser.

Das nehme ich Ihnen nicht ab.

Aber so ist es wirklich. Wir sind im Sommer 2023 gestartet, damals haben wir eine GmbH gegründet. Um eine GmbH zu gründen, muß man in Deutschland 12 500 Euro des Stammkapitals einlegen. Das konnte ich zusammenkratzen aus dem, was ich davor verdient habe. Und das war für viele, viele Monate erstmal das ganze Geld.

Also war Schmalhans Küchenmeister.

Ja. Denn das Team hat die ersten drei Monate ohne Gehalt gearbeitet. Das ist auch die Basis, auf der der ganze Erfolg steht. Das war schon Wahnsinn. Aber es zeigt, wie ernst es uns damit ist. Wir haben die ersten Monate kostenlos gearbeitet, dann haben wir angefangen, bei den Lesern Spenden einzuwerben. Das war zunächst finanziell immer noch sehr eng, aber so haben wir es zunächst einmal gewollt. Und dann ging es doch relativ rasch bergauf, und wir konnten uns ein Büro leisten. Dann gab es eine kleine Beteiligung von ­Thorsten ­Kraemer von 15 Prozent zu den am Markt üblichen Konditionen. ­Kraemer war wirklich ein Investor, kein Mäzen. Aktuell haben wir 26 Angestellte, und wenn man alle Ein- und Ausgaben verrechnet, haben wir bis heute eine positive Bilanz. Wir schreiben stabile schwarze Zahlen.

Warum der Name Apollo News?

Der Name entstand 2018 beim Schüler-Projekt als Reaktion auf das russische Nachrichtenportal Sputnik News, das damals anti-westliche Propaganda verbreitet hat. Dagegen wollten wir uns positionieren und haben uns Apollo genannt. Das Apollo-Programm der Nasa war im Mai 1961 die Antwort auf die Erfolge der sowjetischen Sputnik-Satelliten. 

Damals begann das Space Race, der Wettlauf ins All, den die USA mit der erfolgreichen ersten bemannten Mondlandung von Apollo 11 am 20. Juli 1969 gewinnen konnten. ­Neil ­Armstrong war der erste Mensch auf dem Mond. In der CDU heißen die Freunde der USA Transatlantiker; sind Sie auch einer?

Ja, mir geht es allerdings nicht so sehr um dieses transatlantische Bündnis, sondern ganz grundsätzlich um das Verständnis, daß der Westen (oder besser: das Abendland) mit seinen kulturellen, technischen und gesellschaftlichen Errungenschaften das Wichtigste überhaupt ist, um das wir kämpfen müssen.

Und was verbinden Sie mit dem Begriff Abendland?

Wenn man auf die Weltgeschichte schaut, dann muß man feststellen, daß alles, was wir haben, alles, was großartig ist in dieser Welt, im christlichen Abendland entstanden ist. In Stichworten: Rechtsstaat, Kapitalismus, die gesamte technische Moderne, die Säkularisierung, die Demokratie – das alles ist ein Produkt der abendländischen Kulturgeschichte. Jetzt könnte man sagen, daß diese Entwicklung ein bloßer Zufall war oder nur möglich gewesen ist, weil der Westen Afrika ausgebeutet hat. Oder wir können zu dem Schluß kommen: Es muß doch irgendwas Besonderes dran sein an diesem Abendland. Das ist der Kern meiner politischen Überzeugung.

Was verbindet Sie mit dem Christentum?

Ich denke, daß all das, was ich gerade aufgezählt habe, in letzter Konsequenz auch eine Ableitung aus dem Christentum und dessen Botschaft ist. Dieses unterscheidet sich radikal von allen anderen Kulturen der Welt. Ich bin selbst nicht gläubig, aber dieser offensichtliche Zusammenhang muß wieder anerkannt werden. Kaum etwas ist billiger und dümmer, als heutzutage auf dem Christentum herumzuhacken.

Ein Blick auf die Weltgeschichte zeigt: Alles Großartige ist im christlichen Abendland entstanden

Sie preisen das christliche Abendland, obwohl Sie kein Christ sind. Wie paßt das zusammen?

Ich bin in Berlin-Kreuzberg völlig unchristlich aufgewachsen, und aus meiner Kindheit kenne ich – das ist kein Witz – wohl dreimal so viele Muslime wie Christen. Alles hier ist links und atheistisch. In diesem Milieu ist das Christentum blöd, Katholizismus assoziiert man nur mit Pädophilie. So bin ich aufgewachsen. Aber mich interessiert es sehr, unsere christliche Geschichte hat ja eine wunderbare Konsequenz: Der Mensch ist eben nicht bloß seinen materiellen Umständen unterworfen, seine Kultur und seine Gedanken sind nicht egal. Ideen verändern tatsächlich die Welt.

Kann Europa wieder zum christlichen Abendland werden? Halten Sie eine geistige Reconquista für möglich?

Ich glaube nicht, daß der Westen wieder zum Christentum finden kann. Das stellt uns vor eine gewaltige Herausforderung, unsere Moral basiert auf der Bibel. Wir können nur versuchen, uns unserer Wurzeln bewußt zu werden, auch als Nicht-Christen, und unsere Geschichte zu ehren.

Wo im politischen Links-Rechts-Schema verorten Sie sich?

Von meiner inneren Überzeugung her bin ich sehr liberal. Konservativ bin ich insofern, daß der Liberalismus auf einem kulturellen Fundament steht – nicht im luftleeren Raum – und nicht in jeder Gesellschaft existieren kann. Um es kurz zu machen sind wir Mitte-Rechts, ich denke man sollte sich vor diesem Begriff nicht wegducken. Im politischen Geschäft sollte man das offensiv annehmen und sagen: Ja, wir sind rechts.

Zurück zu Apollo News. Was sind die Stärken und was die Schwächen?

Unsere Stärke ist zunächst einmal die sehr dynamische, sehr agile Apollo-Mannschaft. Wir sind sehr fokussiert auf Investigation, also auf Anrufen, Tun, Machen, Akten durchforsten und so weiter. Zu unseren Stärken gehört auch, daß wir zusammenhalten und gerade dadurch sehr effizient, sehr schnell arbeiten.

Und die Schwächen?

Unsere Schwäche ist zweifellos, daß wir ein junges Team sind und darum noch wenig Kontakte im politischen Berlin haben. Allerdings könnte das sogar auch ein Vorteil sein, weil wir zu diesem politischen Berlin eine größere Distanz haben. Zu den Schwächen gehört wohl auch, daß wir noch zu wenig ausführlichere, tiefschürfendere Artikel haben.

Macht Apollo News Haltungsjournalismus von rechts?

Nein. Bei unseren Erfolgen – damit meine ich die Causa Kulturstaatsminister ­Wolfram ­Weimer und seine fragwürdigen Geschäftspraktiken und die Causa ­Frauke Brosius-­Gersdorf, die Bundesverfassungsrichterin werden wollte und sollte und für die es Menschenwürde erst ab der Geburt gibt – handelte es sich um klassischen Journalismus. Denn wir haben nicht gewertet, sondern nur die Tatsachen öffentlich gemacht.

Was ist das derzeit wichtigste politische Thema?

Zweifellos die Brandmauer. Das ist aktuell die Kernfrage aller politischen Debatten. Darum kreist alles, daran hängt alles.

Fällt sie?

Ja, die Brandmauer fällt. Das ist klar. Die Frage ist nur, wann sie fällt.

Und durch wen?

Sie fällt durch die Realität. Die AfD wird weiter steigen und immer stärker werden. Und dann kommt der Zeitpunkt, an dem sich die CDU entscheiden muß, ob sie die Brandmauer abreißen oder stehenlassen will.

Die Antifa erträgt Apollo News nicht und bildet sich ein, daß Berlin-Kreuzberg ihr gehört

Ganz gleich, wie die Entscheidung ausfällt, wird das die CDU zerreißen?

Das mag schon sein. Aber je länger die CDU an der Brandmauer festhält, desto näher kommt sie ihrem eigenen Todesurteil. Und wenn sich die CDU zu spät gegen die Brandmauer entscheidet, dann hilft es ihr auch nicht mehr. Denn ab irgendeinem Punkt ist auch dieser ganze Prozeß irreversibel.

Und was geschieht, wenn die CDU implodiert?

Es gibt kein westliches Land, in dem die klassische konservative christdemokratische Volkspartei nicht schon implodiert ist oder am implodieren wäre. Das ist ja fast schon ein Megatrend unserer Zeit. In Frankreich, in Österreich. In England sogar die Tories, und die sind 350 Jahre alt. Warum sollte die CDU nicht auch untergehen? Denn es gibt nichts, was dafür spricht, daß die CDU nicht das gleiche Schicksal durchlebt wie all diese anderen Parteien.

Inzwischen versucht eine linksradikale Initiative, Apollo News aus Kreuzberg zu vertreiben. Warum?

Diese Leute ertragen uns nicht und bilden sich ein, daß Kreuzberg ihnen gehört. Eine Opposition gegen links wird von der TAZ bis zur Antifa nicht geduldet. Und natürlich offenbart sich auch in diesem Fall die antidemokratische Gesinnung der Linken. Von Zeit zu Zeit bricht sich dort der jakobinische Tugendterror Bahn. Dieser Furor scheint ein wiederkehrendes Muster in unserer Geschichte zu sein. Ich bin hier aber zu Hause. Hundert Meter von unserer Redaktion entfernt habe ich einige Jahre Fußball gespielt. Kreuzberg ist auch mein Bezirk. Wir lassen uns nicht vertreiben. ◆

Herr Mannhart, vielen Dank für das Gespräch.
Bild von INGO LANGNER,

INGO LANGNER,

geb. 1951 in Rendsburg, lebt in ­Berlin. Autor, ­Literaturkritiker und Publizist sowie lange Zeit Fernsehproduzent und Theaterregisseur; heute Chefredakteur von Cato.

No. 6 | 2026

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Kategorie: Artikel Stichworte: Artikel, Interview, Langner, Mannhart

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