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Editorial Heft 2 | 2026

6. Februar 2026 von INGO LANGNER

Ausgabe No. 2 | 2026: »Die Axt im Haus erspart den Zimmermann«

Der Schwabe ­Friedrich ­Schiller, am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und am 9. Mai 1805 in Weimar gestorben, gehört ganz ohne Zweifel zu jenen deutschen Dichtern, deren Spruchweisheiten sich auch heute noch erstaunlich gut eignen, die politischen Realitäten und die dazugehörigen Protagonisten auf den Punkt zu bringen und zur Kenntlichkeit zu entstellen. Um fündig zu werden, ist es nicht einmal nötig, alle Schillerschen Dramen nach passenden Stellen abzusuchen. Es genügt schon, sich allein auf Wilhelm Tell zu konzentrieren, das letzte seiner Schauspiele, uraufgeführt am Weimarer Hoftheater am 17. März 1804, in dem bekanntlich die uralte und ewig junge Frage »Tyrannei oder Freiheit« am Beispiel der Schweizer Eidgenossen und deren Kampf gegen das Erzhaus ­Habsburg veranschaulicht wird. Und, so meine These, mit einer Reihe von Tell-Zitaten ließe sich auch unsere unmittelbare Gegenwart erhellen. Beginnen wir mit »Der Starke ist am mächtigsten allein«. Klingt das nicht wie der wichtigste, wirklich alles entscheidende Wahlspruch eines ­Donald ­Trump? Erinnern wir uns: Niemand in den USA (und erst recht nicht in Europa, von Deutschland ganz zu schweigen) und auch kaum ein Republikaner hielt es für möglich, daß der Immobilien-Tycoon ­Trump in der Lage sein würde, sich erstens im Vorwahlkampf als Spitzenkandidat innerhalb der Partei durchzusetzen, zweitens die Wahl gegen ­Hillary ­Clinton zu gewinnen und am 20. Januar 2017 als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ins Weiße Haus einzuziehen. Vielleicht rechnete nicht einmal ­Melania ­Trump damit, daß ihr Ehemann nach seiner Wahlniederlage gegen ­Joe ­Biden den daraufhin mit allen nur denkbaren juristischen und medialen Mitteln geführten Rachefeldzug der »progressiven« US-Elite gegen ihn politisch überleben würde. ­Donald ­Trump wurde dennoch vor gut einem Jahr zum 47. US-Präsidenten gewählt und schickt sich nunmehr an, im globalen Maßstab die geopolitischen Parameter neu zu ordnen. Auch dazu schenkt uns ­Schillers Wilhelm Tell zwei passende Zitate. Nummer eins: »Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.« Nummer zwei: »Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.« Und schließlich läßt sich auch die Kampfansage ­Trumps gegen die Ideologie des Grünen, Woken und Diversen in den USA und in der EU-Bürokratie mit ­Friedrich ­Schiller illustrieren: »Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht, wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, wenn unerträglich wird die Last, greift er hinauf getrosten Mutes in den Himmel und holt herunter seine ew’gen Rechte, die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.« Das allerdings sind Sätze, die jene, die »unsere Demokratie« und »unsere Meinungsfreiheit« im Munde führen, wenn sie echte Demokratie antasten und echte Meinungsfreiheit zensieren, nicht recht hören mögen.

Ihr Ingo Langner

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Kategorie: Artikel Stichworte: Editorial

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