Unabhängig, kritisch, gutgelaunt
Interview mit Roger Köppel von Ingo Langner
Für viele seiner Leser ist Roger Köppels frühmorgendliche Videobotschaft Weltwoche Daily fast so wichtig wie das tägliche Brot. Der Verleger und Journalist Köppel schwimmt meist gegen den Strom und sagt nein, wo andere Medienmacher ja sagen, und vice versa. Man muß sich Roger Köppel als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Brüssel muß aufwachen
von Bruno Bandulet
Die EWG der Sechs konnte sich noch auf das karolingische Erbe berufen. Die EU der 27 hat mit dem Heiligen Römischen Reich nichts mehr gemein. Die sich zuspitzende Krise kann zur Chance werden. Wenn Europa aber den Weckruf aus Washington nicht hört, wenn es sich nicht neu erfindet, ist es verloren in der unbarmherzigen Welt der Großmachtpolitik.
Zu blaß für den Kaiser
von Karlheinz Weißmann
Macht gehört seit je nicht nur zu den Bedingungen der Politik, sondern der menschlichen Existenz überhaupt. Seitdem Krieg wieder als Ultima ratio, als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln denkbar geworden ist und die Macht sich in ihrer nackten Gestalt zeigt, hat sich Entscheidendes verändert. Jetzt geht es darum, diesen Anblick zu ertragen.
Macht und Ohnmacht
von Konstantin Fechter
Europa wird nicht mehr gehört, weil es keiner eigenen Sprache mehr mächtig ist. Weder im vertraulichen Rahmen noch auf offizieller Bühne. Angesichts der Überinstitutionalisierung und Hyperbürokratisierung besitzt der Beamtenapparat der EU kein Gespür mehr für politischen Ausdruck gegenüber der unverhohlenen Machtfülle der neuen Fürsten.
Ungarischer Dreiklang
von Chaim Noll
Von der Basis her versucht die ungarische Regierung ihre in den Wirren des 20. Jahrhunderts erschütterte Nation neu aufzubauen, und sie tut es unter Einbeziehung der zur Verfügung stehenden traditionellen Komponenten, vor allem des Christentums und der Familie. Dafür wird Ungarn in Brüssel als »nationalistisch« oder »rechtsextrem« abgetan.
Höchste Zeit für Realismus
von Friedrich Dieckmann
Ob ein blockfreies Europa am Ende eines Weges steht, hängt von vielen Faktoren ab. Worauf es ankommt, ist, daß die Europäische Union lernt, ihre Interessen zu begreifen. Sie liegen in der selbstbewußten Kooperation mit allen Seiten. Diese setzt voraus, daß man vom hohen Roß heruntersteigt und sich auf seine wahren Stärken besinnt.
Von China lernen
von Thomas Fasbender
In Deutschland ruft das moderne China wenig Enthusiasmus hervor. Wir sind zukunftsskeptisch geworden. Haben wir nicht schon alles, wissen wir nicht schon alles? Bisweilen scheint es, als hätten wir nicht nur historisch einen Schlußpunkt erreicht, ein Ende der Geschichte. Wir wollen nicht mehr. Ein Hauch von Ming-Dynastie legt sich über unser Land.
Venezuelas Ölfluch
von Alex Baur
Wie noch jedes sozialistische Regime in Lateinamerika hinterläßt auch jenes von Chávez und Maduro unermeßliches Elend. Das Land mit den weltweit größten Erdölvorkommen war zeitweise kaum noch in der Lage, seinen eigenen Bedarf zu decken. Am US-Embargo liegt es nicht. Die Misere in Venezuela ist hausgemacht, zu hundert Prozent.
CATO Artikel

Editorial Heft 2 | 2026
von Ingo Langner
Der Schwabe Friedrich Schiller, am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und am 9. Mai 1805 in Weimar gestorben, gehört ganz ohne Zweifel zu jenen deutschen Dichtern, deren Spruchweisheiten sich auch heute noch erstaunlich gut eignen, die politischen Realitäten und die dazugehörigen Protagonisten auf den Punkt zu bringen und zur Kenntlichkeit zu entstellen …

»ICH BIN NICHTS BESONDERES«
Interview mit Harald Martenstein von Ingo Langner
»Wenn man Erfolg hat damit, den Leuten ihre demokratischen Rechte streitig zu machen, dann kriegt man als Linksautoritärer immer mehr Appetit und sagt: Wenn wir die AfD aus dem politischen Geschäft ausschließen können, warum dann eigentlich nicht auch die Union? Und wenn wir die Union rausschmeißen können, warum denn eigentlich nicht auch die SPD?«

DER ARZT AM SCHEIDEWEG
von Paul Cullen
Corona hat meine Sicht auf die Welt geändert. Bis 2019 hatte ich angenommen, daß die Pharmaindustrie im Kern bemüht war, das Richtige zu tun. Nie hätte ich gedacht, daß man aus Gier bereit sein würde, Produkte mit enormem Schadenspotential auf den Markt zu bringen, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen war. Aber wir müssen feststellen, daß es so ist.
INGO LANGNERChefredakteur
Ingo Langner, geboren 1951 in Rendsburg, hat in den vergangenen vierzig Jahren als Theaterregisseur, Filmemacher, Fernsehproduzent, Moderator, Autor, Publizist und Kurator gearbeitet. In seinem Portfolio stehen 17 Theaterinszenierungen, 22 Fernsehdokumentationen, zwei von Deutsche Welle TV weltweit ausgestrahlte Literatursendereihen, sechs Sachbücher, zwei Kriminalromane und eine Tragikomödie sowie mehr als einhundert Fernsehinterviews mit Schriftstellern, Regisseuren, Schauspielern, Malern, Theologen, Bischöfen, Kardinälen und Politikern.